Recky Reck

Im Gegensatz zu vielen Kollegen, die ich kenne, bin ich nicht nur Musiker, sondern auch ein riesiger Musikfan. Auf dieser Seite stelle ich Euch die Künstler vor, die mich im Leben stark beeinflußt haben oder es immer noch tun. Dazu gehören auffälligerweise ganz viele Singer-Songwriter der 70er Jahre. In den frühen 70ern ist die Popmusik irgendwie ernster geworden. Es gab plötzlich echten Rock und die  Künstler hatten begonnen, ihre eigenen Songs zu schreiben. Die Jahre 1968 bis 1975 sind für mich die Goldenen Jahre der Popmusik. Leider war ich zu jung, um mich großartig dran zu erinnern. Zum Glück sind mir auch die Haarschnittsünden erspart geblieben...

Tja, The Beatles. Lennon & McCartney haben mir in frühester Jugend das Songwriting beigebracht - leider nicht persönlich, aber es gab damals für mich nichts anderes. Ich habe von ihnen gelernt, daß ein Song durchaus mehr als drei Akkorde haben darf, vorausgesetzt es fällt nicht auf. ich war immer mehr ein "John-Typ" als ein "Paul-Typ", aber Macca ist dennoch einer der größten überhaupt, nicht nur ein Balladenheini - er hat immerhin "Helter Skelter" geschrieben!
Es ist schwierig für mich zu sagen, welches mein Lieblings-Album ist. Die Phase ab 1966 ist auf jeden Fall meine Lieblingsperiode, und zu den zwei besten Alben gehören "Revolver" (1966) und das sogenannte "Weiße Album" (1968).






Nach der Auflösung der Beatles 1970 wurde John Lennon zu einem Singer-Songwriter, wenn er auch nie so richtig Teil der eher amerikanisch geprägten Szene wurde. Für mich gehören seine frühen Soloalben "John Lennon & Plastic Ono Band" und "Imagine" (beide bemerkenswerterweise 1970 herausgekommen) zum Besten, was die frühen 70er hergegeben haben. Aber auch die weniger bekannten Alben der darauffolgenden Jahre sind, zumindest für den Fan, hervorragend. Die CD-Sammlung "Anthology", die vor wenigen Jahren erschien, ist ein Muß für jeden Fan. Hier gibt's alternative Versionen und Demos, die einem wirklich einen Einblick geben, wie damals gearbeitet wurde.




Harry Chapin war der ultimative Geschichtenerzähler und einige seiner Songs verursachen bei mir bei jedem Hören Gänsehaut. Ein Klassiker ist sein einziges Livealbum, auf dem die ganze Bandbreite seiner Arbeit zu hören ist. In Europa war Harry Chapin nicht so bekannt, vielleicht weil die Lieder auch relativ textlasting sind, aber zumindest wird jeder hierzulande seinen berühmtesten und meistgecoverten Klassiker kennen, "Cats in the Cradle".

Die einzelnen Alben sind zuweilen etwas pompös oder anstregend, aber man findet immer wieder bekanntere und weniger bekannte Perlen. Leider ist Harry Chapin in den frühen 80ern bei einem Autounfall gestorben.

Der Link auf dem Foto führt zur offiziellen Harry-Chapin-Website, die von seiner Familie betrieben wird.











Die Geschichte von Carole King ist einfach unglaublich: Mit 18 (1961) hatte sie ihren ersten Hit als professionelle Komponistin, "Will You  Still Love Me Tomorrow", den sie gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann, dem Texter Gerry Goffin, schrieb. Sie hatte Goffin bereits auf dem College kennengelernt, wie auch Paul Simon und Neil Sedaka.  Goffin und King wurden zu einem der erfolgreichsten Pop-Komponistenteams im New Yorker Brill Building, einer Hitfabrik, in der talentierte Songwriter und Texter "Büros" unterhielten uns wie am Fließband Hits produzierten. Mehrfach versuchte Carole King in den 60ern, auch als Sängerin Fuß zu fassen, immer ohne meßbaren Erfolg. Nach ihrer Trennung von ihrem Ehemann Gerry Goffin ging sie an die Westküste der USA, an der gerade eine lebhafte Singer-Songwriter-Szene am Entstehen war. Hier nahm sie ein Soloalbum auf, das sowohl neue Werke als auch einige wenige alte (von ihr geschriebenen) Soulklassiker beinhaltete (z.B. "Natural Woman", den sie zuvor für Aretha Franklin geschrieben hatte). Dieses Album, "Tapestry", wurde zu einem der bestverkauften Alben überhaupt. Mit Evergreens wie "You've Got A Friend" verkaufte es sich 25 Millionen mal und blieb fast sechs Jahre in den US-Charts. Carole King macht immer noch Musik und betätigt sich in den USA politisch, für die Demokratische Partei.


Dave Dobbyn ist seit 25 Jahren ein Superstar in Neuseeland, dessen Songs auf jeder Hochzeit oder Beerdigung gespielt werden, aber außerhalb seines Landes hat er irgendwie nie Fuß fassen können. Heutzutage versucht er es nicht einmal mehr und ist mehr als zufrieden damit, eine nationale Legende zu sein. Wenn ich einen absoluten Lieblings-Singer-Songwriter der "Moderne" nennen müßte, wäre er es. Die Songs von Herrn Dobbyn beeindrucken mich mehr als die eines jeden anderen Künstlers der letzten 20 Jahre.



Ron Sexsmith, der Mann aus Toronto, Kanada, hat meines Wissens noch nie einen schlechten Song geschrieben. Einer der ganz Großen für mich. Lange hat er keine breite Anerkennung gefunden und war eher ein Songwriter's Songwriter. Langsam findet er mit seinen "Erwachsenensongs" ein größeres Publikum. Es sei ihm mehr als gegönnt.


















Weiteres wird folgen...

© Tonhaus Reck