Recky Reck und Lenzner Saiten unterstützen sich gegensaitig *schenkelklopfer*. Kaum zu glauben, dass es in deutschen Landen einen Saitenhersteller gibt, der derartig gute Akustikgitarrensaiten zu einem wirklich bezahlbaren Preis herstellt. Die Markneukirchener Firma gibt es etwas länger als mich, seit ca. 1900, und weiß ziemlich genau was sie da tut. Ich spiele hauptsächlich die Bronze-Saiten, fett, warm und dennoch brilliant, zudem halten sie sehr lange.
Ca. 1970 haben alle Saitenhersteller ihre Produktion auf hexagonalen Draht umgestellt und den Nickelgehalt der Umwickelung zurückgefahren, um Produktionskosten zu sparen, denn diese neuartige Methode eignete sich einfach besser zur Massenproduktion. Gitarristen, die zur Zeit der Umstellung aktiv waren, erinnern sich noch genau daran, wie die Saiten plötzlich nicht mehr so gut klangen wie vorher. Wir sind heute den Sound der Industriesaiten gewöhnt, aber wenn man einmal Saiten "so wie damals" gespielt hat, will man echt nicht mehr zurück. Zum Glück gibt es Pyramid, eine deutsche Traditionsfirma aus Franken, die "Roundcore Nickel"-Saiten, wie sie auf neudeutsch heißen, nach altem Rezept herstellt. Die Nickel Classics, 11er-Satz, haben meine E- Gitarren zu neuem Leben erweckt!
Dmitry Goutina baut nicht nur gut klingende analoge Gitarreneffekte - sie sehen dank seiner Airbrushkunst auch noch gut aus. Mir hat er ein technisch authentisches Replikat eines Rangemaster-Treble-Boosters gebaut, mit dessen Hilfe mein alter Marshall total nach den Small Faces klingt. Dmitry bastelt nix von der Stange, sondern nach Ohr.
Gemäß dem treudeutschen Motto "buy local" habe ich die Gitarren von Lakewood entdeckt. Der Gitarrenbauer Martin Seeliger baut mit seinem kleinen Team in Gießen akustische Weltklasse-Gitarren, welche die bekannten, großen Marken teilweise um Längen übertreffen. Zudem ist er ein äußerst hilfsbereiter Mensch und steht voll hinter seinen Instrumenten. Ich habe eine M-18 von Lakewood, von der ich mich wohl nicht mehr trennen werde.
Handgebaute Ukulelen aus deutschen Landen. Auch hier muß man sagen: Wie können die in Deutschland Instrumente "fürs Leben" zu einem solchen Preis bauen? Meine kleine No. 6 (Sopran) wird sicher nicht die letzte Brüko-Ukulele bleiben.
Und wieder ein hiesiger Hersteller, der es mindestens so gut drauf hat, wie seine Ami- oder asiatischen Kollegen. Walter Geipel ist eine traditionelle Kolophonium-Manufaktur, die aber auch Gitarrenplektren "so wie früher" herstellt, d.h. Zelluloid-Picks, u.a. in meiner Lieblingsfarbe "Clownskotze", nun auch erhältlich mit meinem Logo drauf... Und Ihr werdet es nicht glauben, aber Zelluloid-Plektren klingen tatsächlich besser!
Teilweise sehr seltsam aussehende Gitarren der 60er und 70er Jahre, die aber keine Spielzeuge, sondern sehr gut bespielbar sind. Ich habe gehört, daß die schwedische Firma, die in den 80ern pleite gegangen ist, in China wieder Gitarren herstellt, habe aber keine Ahnung, ob die gut sind. Meine 12-saitige Hagstöm aus den späten 60ern ist allerdings die beste 12-saitige E-Gitarre, die ich je gespielt habe.
Wer echter Fan von alten und neuen Guild-Gitarren ist, treibt sich auf diesem Forum herum. Die Jungs und Mädels hier haben kollektiv einen unglaublichen Wissensschatz über meine Lieblings-Akustikgitarren sowie über die hervorragenden E-Gitarren dieses traditionellen Herstellers. Im Gegensatz zu Martin und Gibson, die in den 70ern kaum noch wirklich gute Akustikgitarren gebaut haben, haben die Leute bei Guild sich nicht beirren lassen und in den 70ern und 80ern einige ihrer besten Sechs- und Zwölfsaiter überhaupt gebaut. Alte Guilds sind auch heute noch erschwinglich und brauchen nicht hinter Glas, sondern gehören auf die Bühne.
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