Recky Reck

"... Es herrscht eine gewisse theatreske Stimmung im Saal. Absolute Ruhe. Und gute Luft.
Erster: Recky Reck. Lockere, coole Ansagen und eher nachdenklich-schön bis teilweise-ernste Songs, hervorragend."
<Fred Timm (Monsters of Liedermaching), 12.10.2007>

Warum macht eigentlich kaum jemand, was Recky Reck sich auf die Fahne geschrieben hat – schubladenfreie Musik, angesiedelt mitten im ansonsten größtenteils angelsächsisch dominierten Genre der Sänger und Liederschreiber? Musikalisch findet man Recky Reck irgendwo zwischen Rio Reiser und Elvis Costello und hört hier Songs, die überhaupt nicht nach „lustigem“ deutschen Liedermacher klingen und ganz unerwartete Qualitäten besitzen. So sind die Kompositionen „beatlesque“, melodiös und spannend, während die deutschsprachigen Texte oftmals überhaupt nicht augenzwinkernd sein wollen, sondern seelenvolle Betrachtungen des Lebens aus manchmal ungewohnten Perspektiven darstellen. Dennoch sind die Lieder gelegentlich nicht ganz ohne Sarkasmus, und der Zuhörer fragt sich des Öfteren erstaunt: „Singt der von mir?“

Recky, der bereits seit Pausenhoffußballtagen diesen innovativen Namen trägt, ist nicht gänzlich grün hinter den Ohren. Bereits Anfang der 90er Jahre hat er als Kopf der Indiepop-Truppe The Linesmen denselbigen hinhalten müssen, die Clubs dieser Republik sowie der just angeschlossenen DDR beehrt und das Linesmen-Album „From the Back of Beyond“ veröffentlicht. Nach einigen Jahren in England als Musiker, Produzent und Überlebenskünstler kehrte Recky in die blühenden Landschaften des inzwischen zusammengewachsenen Deutschlands zurück und baute ein Studio auf. In diesem wurden bald darauf eine ganze Reihe recht erfolgreicher Comedy- und Musikprojekte verwirklicht. So arbeitete der aus dem Kohlenpott stammende Wahleifler als Produzent, Komponist, Arrangeur und Toningenieur im Auftrag einheimischer Künstler wie die Missfits, Ina Müller, Queen B., Lars Reichow, Jochen Malmsheimer und die Popette Betancor sowie internationaler Musikartisten wie Inessa (Russland/D), Mike Brosnan (Neuseeland), Jerb Tracey (Australien), Mystic & Miranda (Kanada) und Phoenix J./Greenhaus (Singapur/GB). Zu den Highlights zählt das gechartete Album „Haiku Ambulanz“ der Hamburger Band FINK. Im letzten Jahr hat Recky Reck das erste Soloalbum des ehemaligen FINK-Kopfes, Nils Koppruch gemischt. Zudem hat er das erste Album der weithin bekannten Sängerin, Fernsehmoderatorin und Autorin Ina Müller mit ihr zusammen geschrieben und für sie produziert.

Während die Aufnahmen zu seinem Soloalbum-Debüt in vollem Gange sind, ist Recky Reck sowohl solo als auch mit seiner Band „Die Männer von Welt“ regelmäßig im Dreieck Deutschland-Österreich-Schweiz zu sehen und zu hören. Das Liveprogramm ist äußerst kurzweilig und rockt, sogar wenn die Band zuhause bleiben muss.

Immer mehr Leute haben die Nase voll von dem immer gleichen Industrie-Plastiksound oder der pandemischen Coverband-Seuche und hören sich lieber einen authentischen Künstler an, der weiß wovon er singt und was er tut. Leider gibt es noch viel zu wenige einheimische Sänger/Liederschreiber, die eines der wichtigsten Kulturgüter, die wir besitzen, auch in ihrer Kunst einsetzen – die deutsche Sprache. Während es im Popbereich inzwischen fast schon wieder zum guten Ton gehört, auf deutsch zu singen, muss man es als Sänger/Liederschreiber in Deutschland immer noch „dazusagen“, dass man deutsche Texte schreibt. Recky Reck ist ein Muss für Liebhaber intelligenter deutschsprachiger Musik.

© Tonhaus Reck